Ansteckung

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Meistens höre ich Musik, wenn ich einen Text schreibe. Musik inspiriert mich. Vor kurzem habe ich jedoch festgestellt, dass ich unterschiedlich schreibe, je nachdem welche Musik ich gerade höre. Das hat mich verblüfft, so im Detail war mir das gar nicht bewusst. Country Musik zum Beispiel löst einen anderen Schreibstil bei mir aus als klassische Musik, Musikstücke mit tiefen Bässen lassen mich anders schreiben als wenn ich elektronische Musik höre.

Haben Sie Ähnliches auch schon bemerkt?

Angenommen Sie sind in einer Gruppe von fünf Menschen, die alle schlechte Laune haben, fühlen Sie sich dann irgendwann auch genervt und schlecht drauf? Es ist fast unmöglich, die eigene gute Laune beizubehalten. Oder wenn Menschen um einen herum nörgeln und schimpfen, ist man selber sehr schnell in Versuchung, auch mit zu lästern. Wie lange kann man fröhlich bleiben, wenn um einen herum alle traurig sind? Nur ganz kurz, Traurigkeit ist ansteckend. Dasselbe gilt jedoch auch fürs Lachen. In einer Lach Gruppe kann man nicht ernst bleiben, wenn alle lachen.

Im Museum gibt es manchmal Bilder, die einen wirklich beunruhigen. Ich stelle mir oft vor, wenn solche Bilder im Schlafzimmer hängen, dann sind Alpträume fast vorhersehbar. Wer viel Krimis liest und gleichzeitig über sehr viel Fantasie verfügt, hat vielleicht schon beobachtet, dass er nachts schreckhafter wird. Dabei ist Dunkelheit an sich etwas sehr Schönes, Beruhigendes. Eine Kundin von mir hat vor kurzem gesagt, Dubai sei zwar eine sehr moderne und schöne Stadt und trotzdem fühle sie sich nicht wohl. Es sei eine Stadt ohne Geschichte, ohne Tradition, ohne Kultur. Fand ich sehr spannend.

Alles um uns herum hat einen Einfluss auf unsere Stimmung. Viel mehr, als uns bewusst ist. Die Backgerüche in der Lebensmittelabteilung, der Lärmpegel im Grossraumbüro, visuelle Werbung, die man überall immer sieht, erregte Radio-und Fernsehsprecher, deren Stimme so vibriert, wie wenn sich etwas Gefährliches anbahnen könnte. Ganz früh morgens Vogelstimmen, der Duft des Regens oder die Pollen in der Luft.

Beobachten Sie doch diese Woche Ihre Umgebung. Wie ein Forscher, wie jemand, der vielleicht aus einem früheren Jahrhundert kommt, ganz neugierig und gespannt. Was fällt Ihnen alles auf? Beobachten Sie nur, ohne gleich zu verändern. Einfach so.

MINI-AKTIONEN

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Sie haben sehr viel zu tun, Ihre Agenda ist bereits übervoll und es kommen laufend mehr Aufgaben dazu. Vielleicht tendieren Sie dazu, manche Aufgaben davon zu verschieben, auf nächste Woche, auf morgen, auf das Wochenende. Vielleicht, weil sie unangenehm sind oder aber sehr viel Mehr-Zeit brauchen werden und Sie das bereits wissen.

Sie stehen da nicht alleine. Ich denke, den weitaus meisten Menschen geht das ganz ähnlich. Manche Autoren haben dafür bereits einen Namen kreiert, die sogenannte “Verschieberitis”. Also ist es etwas, das sehr viele von uns betrifft. 

Wie wäre es, wenn Sie aus den grossen Aktionen sogenannte MINI-AKTIONEN machen? Wie klein, entscheiden Sie selber.

Eine Fachärztin für Geriatrie erzählte folgenden Fall:
Eine ihrer Patientinnen müsste jede Woche eine halbe Stunde Walking machen. Woche für Woche vergeht, aber die Patientin kommt jedes Mal wieder in die Klinik, ohne ihren Sport ausgeführt zu haben. Schliesslich kommt der Ärztin folgende Idee.

Als sogenannte MINI-AKTION hat sie der älteren Frau gesagt, sie möchte nur, dass sie in der kommenden Woche die Turnkleider anziehe, mehr nicht. Die alte Dame hat zuerst gemeint, die Ärztin wolle sie verulken, nehme sie nicht ernst genug und hat sich über sie empört, was sie sich eigentlich vorstelle, wer sie denn sei. Nur Turnkleider anziehen, was für eine Idee.  Doch die Ärztin hat gemeint, nur ihr zuliebe solle sie doch so etwas einmal ausprobieren, eine Art Experiment. Äusserst kritisch verliess die Dame das Spital.

Beim nächsten Besuch fragte die Ärztin, ob das “Rezept” gewirkt habe. Und als die Dame das bejahte, wollte sie einen weiteren Schritt vorwärts gehen, eine weitere MINI-AKTION mit ihr planen. Doch die ältere Dame unterbrach sie lachend und erzählte folgendes: “Wissen Sie, ich kam mir ja schon recht komisch vor, so angezogen in den Turnkleidern und mit der Aufgabe, sie einfach danach wieder auszuziehen. So hab ich mir gedacht, ich könne ja wenigstens nur ein bisschen um den Block laufen. Und dabei entdeckt, das es gar nicht so schlecht ist. Meine Nachbarin geht jetzt mit mir und wir können nebenher auch noch miteinander plaudern. Und ich fühle mich jetzt einfach grossartig.”

Je kleiner eine MINI-AKTION ist, um so grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch aktiv werden. Und je unbedeutender das ist, was sie sich vornehmen, um so schneller können Sie Ihren eigenen inneren Widerstand überwinden und aktiv werden. Es ist der Wechsel von unserem Wunsch, “ich möchte das machen” hin zur Aktion “ich kann das machen”.

Überlegen Sie einmal, welche MINI-AKTION Sie in dieser Woche machen könnten?

Genius Grant

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In den USA gibt es die Mac Arthur Foundation, die jedes Jahr 20 bis 40 Leuten im Alter von 18 bis 82 Jahren den „Genius Grant“ verleiht. Es ist eine Art Stipendium, eine Art Zuschuss für Menschen mit ausserordentlichen kreativen Begabungen. Im Moment sind das um die 625 000 Dollar, die vierteljährlich während fünf Jahren jeder Person ausbezahlt werden. Man bekommt diesen Preis nicht für eine bereits erbrachte Leistung in der Vergangenheit, sondern es ist ein Geldbetrag, den man in diese Personen investiert, auf dass sie wirklich ihr ganzes Potential entfalten können, ohne jeglichen Druck im Hintergrund.

Würden Sie gerne solch einen Preis erhalten? Stellen Sie sich vor, was Sie machen würden, wenn jemand plötzlich in Sie investieren würde, weil er glaubt, Sie wären ungemein kreativ. Und jeder von uns hat ja ganz besondere Begabungen, Talente, unerforschte Fähigkeiten. In jedem von uns steckt irgendwo ein Genie.

Und denken Sie weiter: Angenommen Sie hätten plötzlich diesen zusätzlichen Betrag, Sie hätten mehr Zeit, mehr Raum, mehr Platz, mehr Energie, mehr Mut, mehr Vertrauen in sich selber. Und Sie hätten die Unterstützung anderer. Was wäre dann anders? Was würden Sie in Angriff nehmen, ausprobieren, erfinden, entdecken? Wovon haben Sie schon immer geträumt?

Wir haben keinen Zugang zu dieser Foundation, aber braucht es jetzt wirklich erst einen solchen Preis, damit man seine aussergewöhnlichen Ideen umsetzt?  

Könnte man einen gewissen Geldbetrag, den man sonst  in Ferien, neues Auto, Schuhe, Essen, etc. anders ausgeben? Zum Beispiel für eine grosse neue Idee? Also statt dass man mit seinem Geld etwas konsumiert wie normalerweise verwendet man sein Geld, um etwas anzureissen, aufzubauen, gestalten oder kreativ zu erschaffen.

Kennen Sie jemanden, der das gemacht hat? Oder haben Sie selber schon im Kleinen so etwas ausprobiert?
Dann lassen Sie es uns alle doch wissen.

Die Mount Vernon Methode

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Am Potomac River, etwas 20 km entfernt von Alexandria im Staate Virginia, in den USA, steht eine Gedenkstätte, eine Art Museum, zu Ehren von George Washingtons.

Jeden Morgen in aller Frühe erscheint dort eine Putzequipe. Diese Leute arbeiten jeden Tag nach einem klar strukturierten Plan. Sie beginnen mit dem ersten Raum und putzen ihn fertig. Danach kommt der nächste Raum. Sie putzen nicht, bis sie mit allen Räumen fertig sind, sondern solange, bis die Gedenkstätte für das Publikum geöffnet wird. Bevor sie gehen, räumen sie noch all ihre Putzutensilien auf. Am nächsten Tag fangen sie dort an, wo sie am letzten Tag aufgehört haben und gehen wieder Schritt für Schritt vor. Sie haben eine ganz feste Zeit und putzen während dieser Zeit Raum für Raum.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten dieses System auf Ihre eigene Wohnung, auf Ihre Schränke, auf Ihren Schreibtisch, auf Ihr Büro übertragen. Sie nehmen sich eine gewisse Zeit jeden Tag und fangen, wo auch immer, in Ihrem Haus oder in Ihrem Büro an. Jeden Tag erledigen Sie ein kleines Stückchen und am nächsten Tag machen Sie dort weiter, wo Sie am vorigen Tag aufgehört haben.

Haben Sie schon einmal einen Marathonläufer beobachtet? Wie er eher bedächtig anfängt, seine Energie nicht bereits in den ersten Momenten verpulvert. Und Kilometer für Kilometer läuft und sich den schnellen Part erst für den Schluss aufhebt. Und die wirklich erfolgreichen Läufer üben während vieler Monate jeden Tag, sammeln jeden Tag in aller Ruhe einige Kilometer.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dieser oben genannten Methode. Sie brauchen nicht an einem Tag alles zu erledigen, das ist nicht nötig. Sie brauchen nur einen gewissen Zeitraum und ein wenig Mut für den Start.

Hätten Sie Lust, heute damit zu beginnen? Und wenn nein, was könnte Sie daran hindern?

 

Endlosschlaufe am Abend

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Sie haben Ärger im Büro, gehen heim, der Ärger ist jedoch immer noch da. Selbst abends, obwohl alles um Sie herum ganz friedlich ist, sind Sie immer noch aufgeregt, wütend, frustriert. Sie sind nicht in der Lage, abzuschalten. All das Unangenehme ist immer noch da, aber Sie können im Moment nichts dagegen tun. 

Ich möchte Ihnen einige Erste Hilfe Massnahmen vorstellen. Die Idee dahinter ist, dass Sie sich für den Moment ablenken. Das Problem wird nicht gelöst, aber Sie können sich durch diese Erste Hilfe Massnahmen wieder beruhigen. Wichtig ist, dass Sie etwas aktiv machen. Dadurch bauen Sie das Adrenalin ab, welches immer noch im Körper vorhanden ist.

Später dann, in einem zweiten Schritt können Sie dann rational herauszufinden, was denn genau dort in der stressigen Situation abgelaufen ist.

  • Zählen Sie innerlich von 1000 zurück, so lange bis Sie bei der 1 angekommen sind.
  • Zählen Sie für sich das kleine Einmaleins auf. Wenn Sie können, probieren Sie auch das Grosse Einmaleins.
  • Finden Sie zu jedem Buchstaben im Alphabet einen Namen.
  • Sie können es auch schwieriger machen, indem Sie ganze Kategorien suchen, zum Beispiel Obstsorten und mit A anfangen, Gemüsesorten, Schauspieler, Politiker.
  • Vielleicht kommt Ihnen ein Liedanfang in den Sinn, welchen Sie mögen. Singen Sie das innerlich. 
  • Eine mögliche Affirmation wäre zum Beispiel: Ich bin immer und überall gelassen und ruhig.
  • Lösen Sie ein kompliziertes Rätsel, ein Sudoku.
  • Machen Sie einen flotten Spaziergang um den Block.

Es gibt auch Techniken wie zum Beispiel Yoga, Atemtechniken, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Visualisierungstechniken, Traumreisen, ganz spezifische Entspannungsübungen, die auch alle hervorragend sind. Man muss sie jedoch zuerst lernen, sich bereits vor dem Stress ein wenig Zeit reservieren. Dann sind sie allerdings unschlagbar.

Eins nach dem anderen


Ein Kunde hat vor kurzem gemeint, er finde Lunch Meetings sehr anstrengend:

Die Restaurants sind voll, der Geräuschpegel ist hoch, man muss essen und gleichzeitig zuhören, sprechen, Geschäfte machen. Er bevorzugt eher eine Kaffeepause mit Kunden oder Angestellten, direkt in seinem Büro, wo es ruhig ist.

Mir hat dieser Ansatz gut gefallen. Essen und Denken, das ist Multitasking, eines davon kommt immer zu kurz. Meistens natürlich das Essen, die wenigsten Menschen können sich abends noch daran erinnern, was sie mittags gegessen haben. Meine beste Erfahrung in Bezug auf Essen habe ich einmal in einem kleinen Kloster am Neuenburger See erlebt. Direkt am See gelegen, konnte man den ganzen Tag draussen das Wasser beobachten. Während der Essenszeiten durfte man nicht miteinander reden. Es war ganz still im Saal. Man hörte nur das Klappern der Messer und Gabeln, aber selbst damit hat man sich bemüht, es möglichst leise zu tun. Jeder hatte Zeit, sich seinem Essen zu widmen. Mit so vielen anderen zusammen zu sein, ohne mit ihnen zu reden, das war ein ganz besonderes Gefühl. Anfangs war das etwas ungewohnt, aber mit jeder Mahlzeit habe ich es mehr geschätzt, dass es so still war. 

Trennen Sie doch öfters die Dinge oder machen Sie die Dinge nacheinander.

Wenn Sie essen, dann essen Sie. Wenn Sie miteinander sprechen wollen, dann hören Sie dem anderen zuerst zu, bevor Sie zu sprechen beginnen. Musik ist etwas Wunderschönes, hören Sie einmal nur Musik, oder singen Sie selber. Wenn Sie telefonieren, dann schauen Sie nicht gleichzeitig auf den PC und lesen Mails. Probieren Sie einmal, draussen zu joggen, ohne mit den neuesten elektronischen Geräten verkabelt zu sein.  Wenn Sie gerne fernsehen, dann suchen Sie sich einen Film aus und tauchen Sie dort ab. Machen Sie nur das! Fahren Sie einmal im Zug, ohne dass Sie etwas lesen. Seien Sie einfach da, präsent und beobachten Sie die anderen Menschen, die Landschaft, die an Ihnen vorbeizieht.

Anfangs ist das alles ungewohnt, neu, man fühlt sich unwohl, vor allem dann, wenn man sonst eher viele Dinge gleichzeitig tut. Je öfter man es jedoch eins nach dem anderen macht, umso wohler wird einem. Viel Spass beim Ausprobieren!

 

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“Zeit für ein bisschen mehr Spontanität”

IMG_3334Wann haben Sie das letzte Mal einfach mitten in der Woche einen Nachmittag für sich selber frei genommen?

Unser Leben ist voll von Terminen, viele von uns sind oft verplant bis in die nächsten Monate hinaus. Und häufig verläuft unser alltägliches Leben oft in einer ganz festgesetzten Routine. Wir gehen ins Büro, wir fahren zur gewohnten Zeit immer zur Arbeit, wir bringen die Kinder in den Kindergarten oder wir haben Waschtag an einem festen Wochentag. Wir frühstücken stets das Gleiche und selbst der Samstag ist oft verplant, sei es dass wir uns mit Freunden treffen oder den wöchentlichen Einkauf tätigen, sei es dass wir dort etwas mehr Zeit für den Partner oder die Partnerin haben. Und dann kommt bereits wieder der Montag.

Und wir vertrösten uns auf bessere Zeiten, auf unseren Urlaub, auf das nächste Wochenende oder auf unseren Ruhestand.

Falls Sie das Gefühl haben sollten, JETZT in dieser Routine zu stecken, wie in einem Art Stau auf der Autobahn, ist es vielleicht Zeit für ein bisschen mehr Spontanität. Für einen kleinen spontanen Unterbruch.

Ich persönlich mag offene Zeiten, Zeiten, in denen ich nichts plane und mir gar nichts vornehme.

Manchmal nehme ich mir einfach einen Nachmittag oder einen Abend frei, ohne genau zu planen, was ich damit machen will. Und ich finde es ein herrliches Gefühl, ganz spontan entscheiden zu können, wozu ich Lust habe. Vielleicht einfach nur in der Sonne zu sitzen oder einen Stadtbummel zu machen, ein gutes Buch zu lesen oder einen Film anzuschauen.

Oft lege ich dann sogar die Armbanduhr ab und lebe einfach so in den Nachmittag oder in den Abend hinein. Und ganz von allein komme ich auf neue Ideen und Gedanken.

Wir brauchen diese Momente. Wir brauchen diese kleinen Pausen. Sie helfen uns, wieder in Verbindung mit uns selber zu kommen. In solchen Momenten spüren wir wieder, weshalb wir hier auf dieser Erde sind und was uns wirklich wichtig ist in unserem Leben. Unser Leben ist zu kostbar und zu wertvoll, um auf diese Momente zu verzichten.

Erlauben Sie sich doch selber eine kurze Pause in dieser kommenden Woche, nehmen Sie sich drei bis vier Stunden Zeit für sich selber und verplanen Sie diese Zeit nicht. Bleiben Sie offen für das, was Ihnen plötzlich in den Sinn kommen mag und geniessen Sie es!

100 Jahre alt werden

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Wir Menschen können recht stolz sein auf unser hohes Alter. In der Schweiz wird man im Durchschnitt 82 Jahre alt. Nachdenklich macht mich allerdings, dass nicht jeder, der dieses hohe Alter erreicht, auch gesund ist.

Ich habe mir die Frage gestellt, ob es möglich ist, sehr alt zu werden und dabei gesund zu bleiben. Ob es wohl möglich ist, auch mit 90 noch beweglich zu sein, geistig fit und ohne Medikamente leben zu können?

Bei meinen Nachforschungen habe ich von einem kleinen Inselstaat in der Nähe von Japan gehört, auf dem die meisten Hundertjährigen leben. Über 900 der 1.3 Millionen Menschen sind dort 100 Jahre und älter. Seit mehr als 20 Jahren forscht man, was es ausmacht, dass diese Menschen so alt werden und gleichzeitig gesund bleiben. Man nennt den Ort „die Insel der Langlebigen“.

Hier ein paar Ideen dazu, die ich sehr reizvoll fand:

  • Man kennt in der Sprache der Menschen dort kein Wort für den „Ruhestand“. Was soviel heisst wie, man hört nicht plötzlich mit dem Arbeiten auf, wenn man eine gewisse Anzahl Jahre erreicht hat. Jeder dieser Menschen hat weiterhin eine Lebensaufgabe, der er sich widmet. Entweder haben sie ihren eigenen Garten, arbeiten auf dem Markt, verdienen weiter ihr eigenes Geld. Oder sie suchen sich ein ganz besonderes Hobby, mit dem sie auch Geld verdienen. Irgendetwas, was sie fasziniert. Aber jeder bleibt aktiv.
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  • Jeder von den wirklich alten Menschen ist auch jeden Tag körperlich aktiv. Die wenigsten haben ein Auto, d.h. viele Wege werden einfach zu Fuss zurückgelegt. Nebst den normalen Alltagsaktivitäten macht man nachmittags Karate, man tanzt, spielt Gate-ball, etwas ähnliches wie Kricket, man spielt miteinander, es gibt Sportbewerbe.
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  • Es gibt einen schönen Ausdruck, der heisst: „hara hachi bu“. Was soviel bedeutet wie, man möge mit dem Essen aufhören, sobald der Magen zu vier Fünfteln voll ist. Im Klartext, man überisst sich einfach nicht.
  • Mich hat in den Berichten beeindruckt, dass man in Okinawa die älteren Menschen ehrt und schätzt, dass man ihre Erfahrung auch hören will, sie mit in Entscheidungsprozesse einschliesst. Das verändert das Zusammenleben der Menschen.

  • Und morgen ist auch noch ein Tag. Was ich heute nicht erledigen kann, das erledige ich morgen.


NE1179Um es sich leicht zu machen, könnte man jetzt sagen, ja, die Menschen auf dieser Insel sind ein ganz besonderes Völkchen, vielleicht ist es erblich bedingt, dass sie so fit bleiben. Das Gegenteil ist leider der Fall. Bereits jetzt sind die jüngeren Menschen auf Okinawa in einem wesentlich schlechteren Gesundheitszustand als die ganz Alten. Denn auch bei den „Jungen“ hat sich unsere Lebensweise, unser Life Style durchgesetzt, mit viel Hektik, Fast- oder Convenience Food und viel zu wenig Bewegung.


Auf der anderen Seite, wenn es „nur“ der Life Style ist, das kann man ja ändern. Jeder von Ihnen!