Gold-Silber-Bronze Medaillen

IMG_6819Gold Medaille, 2004, Athen (Quad Single); Gold Medaille, 2008, Beijing ( Quad Single); Silber Medaille, 2004, Athen (Quad Double); Silber Medaille, 2012, London (Quad Double); Bronze Medaille, 2008, in Beijing (Quad Double).

Peter Norfolk ist einer der bekanntesten Tennisspieler aus der UK. Beeindruckend – all diese Erfolge und Medaillen. Ein bisschen ähnlich wie Roger Federer. Der Unterschied: Mit 18 Jahren hatte Peter eine Motorradunfall. Seit dieser Zeit ist er querschnittsgelähmt. Er spielt Tennis im Rollstuhl.

Wie erreichen solche Sportler solche Höchstleistungen, die fast unmöglich erscheinen? Wie motivieren sie sich? Woher nehmen sie ihren Mut?

In einem Webinar vom „conference board“, an dem ich teilgenommen habe, wurde Peter dazu interviewt. Einige seiner Gedanken, die ich sehr spannend fand, möchte ich hier weitergeben:

  • Ohne ein Team hinter sich, ganz alleine kann man nicht erfolgreich sein. Die wichtigste Person in seinem Leben ist seine Frau. Sie ist auch seine Physiotherapeutin. Sie glaubt an ihn, ermuntert ihn, gibt ihm die Kraft und das Selbstvertrauen, dass alles möglich ist.
    Welche Person in Ihrem Leben glaubt unbeirrt an Sie?
  • Gleich danach kommt sein Coach, der mit ihm trainiert. Dort schätzt er drei Dinge:
    Die positive Haltung, eine Mentalität, dass alles möglich ist. Geht der Weg geradeaus nicht weiter, dann sucht man einen Weg rechts oder links oder oberhalb, unterhalb oder mitten durch. Die Ausgeglichenheit. Hat man selber viele Höhen und Tiefen hat, braucht man jemand anderen, der sehr ausgeglichen ist und stets ein waches frisches Auge hat. Und das Feedback, solch ein Feedback, welches man selber auch verstehen kann.
    Könnte ein Coach Ihnen helfen, Ihr Leben positiver zu leben? Könnten Sie mit einem Coach an der Seite Ihre Probleme leichter lösen?
    .
  • Ein Plan ist wichtig, eine überschaubare Zeitspanne vor sich. Die nächste Olympiade, das nächste Spiel.
    Auf was für ein Ziel hin könnten Sie heute anfangen zu trainieren?
  • Viele kleine Schritte sind wichtig. Grosse Erfolge kann man nur mit unzähligen kleinen Schritten erreichen. Man nimmt sich einen kleinen Schritt vor, eine kleine Verbesserung. Funktioniert es, hat man Selbstvertrauen gewonnen. Dann macht man den nächsten kleinen Schritt. So gewinnt man ein Erfolgserlebnis nach dem anderen.
    Mit welchen kleinen Schritten könnten Sie jetzt starten?
  • Eine „Ich kann das erreichen“ Mentalität ist wichtig. Solange man niemanden dabei verletzt, ist alles möglich.
    Wofür stehen Sie in Ihrem Leben? Was ist Ihr Lebensmotto?

Wie viel ist auf Ihrem Teller?

DSCF0640In Basel hat es mehrere Restaurants, die ein Salatbuffet haben. Wunderbare Salate in allen Variationen gibt es dort. Und verschiedene Teller zum Auswählen. Jeder kann so viel nehmen, wie er möchte.

Immer wenn ich in einem dieser Restaurants bin, fällt mir folgendes ein:

Unser Leben gleicht oft diesen Tellern, wir haben kleine, mittlere und grosse Teller zur Verfügung. Und wir können diese Teller so beladen, wie wir wollen. Wir laden unsere Wünsche drauf, unsere Aktivitäten, unsere Aufgaben, noch mehr Wünsche und natürlich noch mehr Aktivitäten und wir wundern uns darüber, dass wir mit der Zeit im Chaos enden, dass so vieles nicht klappt und nicht funktioniert. Seinen Teller bis über den Rand zu füllen, ist verlockend, denn die Auswahl ist so gross und oft berauschend.

Stellen Sie sich jedoch vor, wie es aussieht, wenn jemand mit einem völlig übervollen Teller zur Kasse geht, wo man die einzelnen Salate gar nicht mehr voneinander unterscheiden kann und die Sosse am Tellerrand herunterläuft.

Sobald wir zu viel anhäufen, kann es in einzelnen Situationen schwierig sein, den Ueberblick zu behalten. Neue Ideen tauchen oft nicht mehr auf. Selber etwas Neues zu kreieren, geht oft nicht, denn dafür braucht es Platz und Spielraum. Möglichkeiten, die darauf warten, Ihnen zu begegnen, gehen wieder, sobald diese Ihren bereits zu vollen Teller erspähen.

Werfen Sie doch heute einmal ein Blick auf Ihren ureigenen Teller. Wie gross ist er, wie voll ist er bereits?

Wie wäre es denn, wenn Sie ab morgen „einen Salat weniger auf Ihren Teller tun“? Es spielt keine so grosse Rolle, auf welchen „Salat“ Sie in dieser Woche verzichten. Machen Sie einfach ein wenig Platz, an der Seite, in der Mitte oder am Rand und seien Sie neugierig, wie Sie diese Woche erleben werden.

Überfülle überall

IMG_7489In den Wochen vor Ostern war das Einkaufen im Supermarkt echt beeindruckend. Tausende Schokoladeneier in allen Formen, Grössen und Farben waren auf Paletten aufgestapelt, ganz kleine Osterhasen, riesige Osterhasen in allen Preisklassen und Schokoladenmarken säumten die Regale. Und ebenso füllten sich auch teils ganz phänomenal die jeweiligen Einkaufswagen.

Im Supermarkt ist diese Überfülle offensichtlich, früher gab es zum Beispiel Trauben nur im Herbst, heute kann man das ganze Jahr über Trauben und jegliches Obst kaufen. Wenn ich irgendeine Creme einkaufen will, bin ich immer wieder fasziniert, wie viele unterschiedliche Cremen alle denselben Zweck erfüllen sollen. Wenn ich Kleider einkaufen will, fühle ich mich sehr schnell überfordert. Es gibt Tausende von Shops in allen Preisklassen. Es gibt so viele Kleiderstile wie Menschen, Konzepte, wie man sich einkleiden könnte. Und in den Umkleidekabinen tummeln sich die Menschen, genauso wie in den Shopping Centers, den Fussgängerzonen, im Bahnhof, in den Cafes. Selbst die Brockenstube, die ich manchmal aufsuche, platzt aus allen Nähten. Eine schier unglaubliche Menge an Hausrat wird dort wieder erneut verkauft.  

Diese Überfülle hat auch in ganz anderen Bereichen in unserem Leben Einzug gehalten. Nicht nur, dass viele von uns viel zu lange arbeiten, auch dort fast eine Masslosigkeit die Regel ist, dass viele in Grossraumbüros arbeiten müssen, wo der Lärmpegel viel zu hoch ist und die Luft sehr schlecht. Dass die Pendlerzüge übervoll sind, die Autos jeden Morgen und Abend in einem übervollen Stau stehen. Und was dazu kommt, wir werden jeden Tag mit einer Überfülle von Informationen bombardiert, nützliches Wissen, nutzloses Wissen. Was machen wir mit den vielen Mails, Links, Blogs, Newsletter, Telefonaten, Anfragen, Beschwerden, mit den vielen Anhängen, mit den SMS, mit dieser Flut von Informationen jeden Morgen am Rechner?

Und ganz lästig, Sie haben das sicher auch alle schon morgens beim Anziehen bemerkt. Die Überfülle ist bereits in unserem eigenen Körper angekommen. Wir wiegen fast alle einfach zu viel.

Was ist denn noch normal? Was tut einem gut? Wie kann man sich schützen? Wie wählt man aus? Was braucht man wirklich und was wird einem unbewusst suggeriert, was man alles brauchen könnte? Nicht einfach!

Ich glaube, der erste Schritt ist, dass man sich überhaupt dazu Gedanken macht. Nehmen wir die Osterhasen als Beispiel. Will ich denn wirklich Osterhasen kaufen? Tut es mir wirklich gut? Und wie viele will ich kaufen? Kann ich es mir leisten, von Gewicht her, von der Gesundheit her, viel Schokolade zu essen? Oder ist es einfach ein Brauch, eine Tradition, der ich folge? Macht diese heutzutage noch Sinn? Ich meine, früher hat man vor Ostern 40 Tage gefastet und dann zu Ostern richtig gut gegessen? Wer macht das heute noch? Ist eine Ausnahme für mich okay? Bleibt es bei der Ausnahme? Bin ich nachher glücklicher als vorher? Und angenommen, ich kaufe viele Osterhasen für andere Menschen, macht das wirklich Sinn? Gäbe es dazu eine Alternative? Etwas ganz anderes?

Picken Sie sich doch jeden Monat einen Bereich in Ihrem Leben heraus und hinterfragen Sie diesen Bereich einmal etwas genauer. Nur Sie selber können für sich herausfinden, was für Sie stimmt. Sie selber kennen sich am besten. Deshalb können auch nur Sie entscheiden, was für Sie normal ist, was für Sie stimmt, wie Sie sich schützen wollen. Ist das alleine zu anstrengend, zu schwierig, weil die Aussenperspektive fehlt, dann engagieren Sie mich doch einmal für einen Monat. Dann machen wir es zu zweit. Zu zweit ist es leichter.

Sonnenstrahlen verschenken

Hat Ihnen letzte Woche jemand aus Ihrem Bekannten-, Freundes- oder Kollegenkreis gesagt, wie toll Sie sind?
Wann hat Ihnen jemand das letzte Mal gesagt, wie sehr er Ihre Arbeit schätzt?
Wie lange ist es her, dass jemand Ihnen ein Kompliment gegeben hat, für Ihr Aussehen, für Ihre Kleidung, für Ihre Figur, für Ihre Haare, Ihre schöne Kravatte, für Ihr Lächeln, für Ihre freundliche Art, für Ihre liebevollen Gesten?

Anders herum:

Loben Sie Ihre Frau, wenn Sie Ihnen ein herrliches Mittagessen zubereitet?
Haben Sie Ihren Kollegen schon einmal ein Dankeschön gesagt, wenn etwas besonders schnell erledigt wurde?
Oder wann haben Sie das letzte Mal Ihren Kindern oder aber Ihren Eltern gesagt, dass Sie sie gern haben?

SonnenblumeStellen Sie sich eine Sonnenblume vor, die noch ganz jung ist. Um wachsen zu können, braucht sie Luft und Wasser, Nährstoffe aus dem Boden und Sonne. Ohne Sonne, Wärme und Helligkeit würde sie verkümmern. Wachsen wir Menschen ohne Wärme und Sonnenstrahlen auf, besteht auch die Gefahr, dass wir verkümmern.

Jedes Lob ist wie ein kleiner Sonnenstrahl. Jedes positive Feedback gibt uns Wärme und stärkt uns. Jedes noch so kleine Kompliment richtet uns innerlich auf.

Meine Kunden sagen mir immer wieder, man kann doch einem anderen nicht einfach so sagen, dass er gut aussieht oder dass es schön ist, dass er heute so fröhlich ist. Weshalb eigentlich nicht? Was könnte denn passieren?

Vielen von uns fällt es schwer, Komplimente zu verschenken oder aber zu empfangen. Wir sind oft peinlich berührt, wenn uns jemand anders sagt, wie gut wir etwas gemacht haben. Statt uns ganz einfach zu bedanken, werten wir es sofort ab mit Bemerkungen wie, das sei doch selbstverständlich.

Komplimente verschenken und empfangen, das ist eine Uebungssache.

Jeder, absolut jeder Mensch kann das lernen. Je öfter man etwas übt, desto leichter fällt es. Und je mehr Sie etwas verschenken, umso mehr auch werden Sie zurückbekommen.

Fangen Sie noch heute damit an! Viel Spass!

Erfahrung statt Misserfolg

IMG_6452Mit 31 erlebte er eine geschäftliche Pleite.
Mit 32 verlor er einen Wahlkampf.
Mit 34 erlebte er erneut eine Pleite.
Mit 35 musste er den Tod seiner Geliebten verwinden.
Mit 36 hatte er einen Nervenzusammenbruch, heute würden wir sagen, ein Burnout.
Mit 38 verlor er eine Wahl.
Mit 43 unterlag er im Kongress.
Mit 46 unterlag er erneut im Kongress.
Mit 48 unterlag er wieder im Kongress.
Mit 55 unterlag er im Kampf um einen Senatorenplatz.
Mit 56 hatte er sein Ziel, Vizepräsident zu werden, nicht erreicht.
Mit 58 unterlag er erneut im Kampf um einen Senatorenplatz.
Mit 60 wurde er zum Präsident der Vereinigten Staaten gewählt – Abraham Lincoln!

Ich denke gerne über solche Lebensläufe nach. Sie erweitern meinen Horizont für Dinge, die auch noch möglich sind. Abraham Lincoln hat offenbar in seinem Leben immer weiter nach neuen Wegen gesucht. Das was zuerst als Misserfolg aussah, hat er irgendwie benützt, um weiterzukommen. Er hat aus seinen Fehlern gelernt, neue Erfahrungen gesammelt.  Seine Strategien jedes Mal wieder präzisiert, verfeinert, verändert.  

Das kann jeder von Ihnen auch. Streichen Sie das Wort „Misserfolg“ und ersetzen Sie es durch „Erfahrung“.  Denn Worte wie Misserfolg, Versagen, Pech, Unglück lähmen einen und rauben einem die Kraft. Daher, wann immer Dinge scheinbar schieflaufen, anders herauskommen als Sie geplant haben, dann haben Sie etwas Neues gelernt, eine neue Erfahrung gemacht. Diese Einstellung wird Sie weiterbringen in Ihrem Leben.

Lasten

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In den Bahnhöfen tummeln sich die Menschen – Rucksacktouristen, Pendler mit Umhängetaschen, Geschäftsleute mit schmalen eleganten Aktenkoffern, Mütter mit vollbeladenen Kinderwägen, Reisende mit grossen Samsonites. Dazwischen sieht man auch Menschen mit Handtaschen, mit Einkaufstüten, mit Trolleys, dann wieder Menschen mit Velos und Veloanhängern oder mit Skatern.

Und ich überlege mir, wieviel Last alle diese Menschen mit sich herumtragen. Rein aüsserlich gesehen kann man das messen, wiegen, im Flugzeug dürften es 20 kg sein, im Zug schon etwas mehr, und in das Auto kann jeder so viel hereinpacken, bis es zum Platzen voll ist. Wenn das nicht reicht, kann man auch noch einen Anhänger dazu nehmen oder gleich im Wohnmobil verreisen, so dass man noch etwas mehr Fläche zum Beladen hat.

Wieviel Last schleppen wir zusätzlich noch mit uns herum?
Nebst der äusseren sichtbaren und messbaren Kilogrammmenge?

Jede Sorge, die wir mit uns herumtragen, wiegt etwas. Jedes unbewältigte Problem, das wir mit uns herumtragen, wiegt eine gewisse Menge. Jeder Streit, den wir nicht austragen, und in unserem Kopf mit herumtragen, wiegt etwas.

Dazu haben wir vielleicht auch noch „Altlasten“, von früher, nicht gelöste Probleme, sei es aus einer Beziehung oder finanzieller Art? Jeder Ablagehaufen, der schon längst bearbeitet werden sollte, wiegt ein paar Kilo. Alles, was wir schon längst einmal erledigen wollten, aber bis heute nicht getan haben, und uns ständig im Kopf herumschwirrt, wiegt ein paar Kilogramm. Ein Kilo, zwei Kilo, oder mehr? Ob das aufgeschobenen Arzttermine sind, nicht bezahlte Rechungen, nicht ausgesprochene Wünsche oder Chaos im Keller, was es genau ist, spielt keine Rolle.

Addieren Sie einmal alle diese Kilos zusammen, wieviel Kilogramm grob geschätzt tragen Sie denn zusätzlich noch mit sich herum? Und dann wundern wir uns, dass wir nicht fit sind, dass wir ständig müde sind, dass wir keine Energie haben, dass wir nicht mehr kreativ sind, dass wir ständig zunehmen oder abnehmen oder sonst uns einfach schlapp fühlen.  

Folgender Vorschlag:

Bevor Sie dieses Jahr in die grossen Ferien fahren, nach Italien oder nach Frankreich, in die Südsee oder in die Berge, nach Mexiko oder nach Bali, oder daheim Balkonien geniessen, reduzieren Sie doch diese Lasten, die Sie unbemerkt von allen anderen zusätzlich Tag für Tag mit sich herumschleppen.

1. Schreiben Sie zuerst alles auf, was Ihnen in den Sinn dazu kommt. Ob Sie jetzt 10 Dinge aufschreiben, 50 Dinge oder 100 Dinge, spielt keine Rolle. 

2. Und danach nehmen Sie sich für jede Woche ein Kilo oder zwei Kilogramm vor, dass Sie abbauen wollen. Womit Sie anfangen, spielt auch keine Rolle.

3. Wenn es Ihnen schwer fallen sollte, suchen Sie sich einen Freund oder eine Freundin dazu, zu zweit geht es leichter.

4. Und jetzt stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen werden, mit so viel weniger zusätzlichem Gepäck auf Ihren Schultern.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg beim Ausprobieren!
Sollte es nicht so klappen, wie Sie sich das gerne wünschen, rufen Sie mich doch einfach unter folgender Nummer an: +41 61 534 17 08.  Ich unterstütze Sie gerne beim „Kiloabbau“.

Wie erleben wir unsere Welt?

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Ein Glas gefüllt zur Hälfte – die Frage ist nun: Ist das Glas halb voll oder halb leer?

Folgende Kurzgeschichte habe ich diese Woche entdeckt. Benjamin Zander und Rosamund Stone Zander haben sie in ihrem Buch „The Art of Possibility“ abgedruckt: Ein Schuhunternehmen hat zwei Marketing Experten in eine Region in Afrika geschickt, um herauszufinden, ob es dort für sie eine Möglichkeit gäbe, weitere Geschäfte zu machen.

Der eine dieser Marketing Experten hat folgendes Telegramm zurückgeschickt:
SITUATION HOFFNUNGSLOS STOP NIEMAND TRÄGT SCHUHE STOP

Der andere dieser beiden Experten hat triumphierend zurückgeschrieben:
AUSGEZEICHNETE GESCHÄFTSGELEGENHEIT STOP SIE HABEN KEINE SCHUHE STOP

Ein Sachverhalt und dazu zwei völlig verschiedene Aussagen, getroffen aus einer jeweils anderen Perspektive. Beide Männer beschreiben aus ihrer jeweiligen Sicht die gleiche Situation, so wie sie ihre Welt wahrnehmen. Also ist es im Prinzip möglich, eine Situation auf ganz verschiedene Weise zu erleben. Es scheint sogar so, wie wenn die Männer ihre eigene Wirklichkeit erschaffen. Und wenn man die „Geschichte“ schon selber erfindet, kann man sie natürlich auch selber wieder umgestalten und verändern.

Aehnlich machen es Schriftsteller, sie verändern immer wieder den Inhalt ihrer Geschichte, lassen manche Sätze weg, fügen ganze Passagen hinzu, erfinden neue Kapitel, neue Figuren, streichen manche Zwischenstränge heraus, wenn sie ihnen nicht gefallen. Wir haben die Wahl, wie wir unsere Welt erleben wollen. Ob das Glas halb voll oder halb leer ist, das entscheiden wir ganz alleine. Und jeder kann es für sich selber immer wieder ganz neu entscheiden.

Wir wählen übrigens auch, wenn wir nicht wählen! Dann wählen die anderen für uns. Stecken uns mit ihrer guten oder schlechten Laune an, verschönern uns den Tag oder machen uns das Leben schwer.

Probieren Sie das auch einmal! Denken Sie an das Glas, und überlegen Sie, wie Sie Ihren morgigen Tag erleben wollen. Entscheiden Sie sich für eine gewisse Stimmung, für ein gewisses Gefühl. Sie können es immer wieder ändern, wenn es Ihnen nicht gefällt.