Wie mit Ärger umgehen?

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Liebe Freunde

Meine Familie und ich lebten mehrere Jahre in Nepal, fernab in den Bergen; wir wohnten in einem Lehmhaus in einem kleinen Dorf ohne jegliche Strassen, ohne Wasserversorgung, ohne Strom, ohne Laden und ohne Gesundheitsversorgung.

Dort beobachtete ich immer wieder Frauen, die auf das Dach ihres Hauses kletterten und sich dort auf den Giebel des Steindaches setzten und zu schreien und zu rufen begannen – aus meiner Sicht eine wirklich halsbrecherische Angelegenheit!

Ich fragte meinen Sprachlehrer, was denn das zu bedeuten habe, aber er wollte mir keine Auskunft geben, er meinte, es sei eine Frauensache. Ein Jahr später, meine Sprachkenntnisse waren allmählich besser, beschloss ich, meine Nachbarin selber zu fragen, was sie denn dort oben auf ihrem Dach mache.

Sie erzählte mir, dass sie dann auf das Dach steige, wenn sie wütend sei, wenn das Herz ihr zu schwer sei. Sie habe ihrem Mann 10 Kinder geboren, sechs Kinder leben noch, ihr Mann habe jedoch zusätzlich zu ihr auch noch eine Zweitfrau, wo er sich manchmal aufhalte. Sie kann eigentlich ganz gut mit dieser Situation umgehen, aber manchmal werde es ihr einfach zu viel. Dann fängt sie an, sich zu fest aufzuregen. In diesem Moment klettere sie auf ihr Dach und reagiere sich von dort oben ab – danach gehe es ihr viel besser.

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Ja, ob es sie denn nicht störe, wenn das alle anderen im Dorf hören, habe ich sie gefragt. Sicher nicht, meinte sie, das machen doch alle anderen Frauen auch so. Das sei bei ihnen so üblich, schon ihre Mutter und ihre Großmutter seien auf das Dach gestiegen und haben sich vom Dach aus ihr Herz erleichtert.

Stellen Sie sich einmal vor, wenn wir in den Städten ähnlich reagieren würden! Wenn wir auf unsere Dächer steigen würden und unseren Ärger oder unsere Sorgen hinausrufen könnten. Es wäre sicher ein interessanter Anblick.

Die Frauen dort in den Bergen haben noch nie ein Selbsthilfebuch in der Hand gehabt, sie können weder lesen noch schreiben und doch haben sie etwas ganz Wichtiges erkannt und seit Generationen gelebt. Man kann nicht immer schweigen, schlucken und alles in sich hineinfressen. Auf die Länge davon wird man davon krank.

 

Wohnhäuser in JhapraWas könnten Sie denn machen, wenn Sie selber Sorgen oder Ärger haben? Wie könnten Sie sich selber denn abreagieren?

Einige Ideen für Sie:

  • sich an einem Boxsack abreagieren,
  • singend durch den Wald rennen,
  • das Gespräch mit einer Freundin, einem Freund suchen,
  • einen Coach anstellen,
  • sich in einer Gruppe aussprechen,
  • ein längeres Telefongespräch führen,
  • Sport treiben, joggen, rudern, auf dem Laufband rennen, bis man außer Puste ist,
  • mit Kopfhörern laute kräftige Musik hören, mit tollen Bässen,
  • tanzen zu rhythmischer Musik,
  • spazieren gehen,
  • mutig die Dinge ansprechen, die Sie schon seit längerem stören,
  • ein Tagebuch führen und dort unzensiert schreiben,
  • Geschirr zerschlagen,

Probieren Sie einmal nächste Woche davon etwas aus, ganz sicher fallen Ihnen auch noch weitere Möglichkeiten ein.

Haben Sie alle eine wunderschöne kraftvolle Woche!

Ganz herzlichst
Heidi Röthlisberger
Life Coaching per Telefon

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