Eins nach dem anderen


Ein Kunde hat vor kurzem gemeint, er finde Lunch Meetings sehr anstrengend:

Die Restaurants sind voll, der Geräuschpegel ist hoch, man muss essen und gleichzeitig zuhören, sprechen, Geschäfte machen. Er bevorzugt eher eine Kaffeepause mit Kunden oder Angestellten, direkt in seinem Büro, wo es ruhig ist.

Mir hat dieser Ansatz gut gefallen. Essen und Denken, das ist Multitasking, eines davon kommt immer zu kurz. Meistens natürlich das Essen, die wenigsten Menschen können sich abends noch daran erinnern, was sie mittags gegessen haben. Meine beste Erfahrung in Bezug auf Essen habe ich einmal in einem kleinen Kloster am Neuenburger See erlebt. Direkt am See gelegen, konnte man den ganzen Tag draussen das Wasser beobachten. Während der Essenszeiten durfte man nicht miteinander reden. Es war ganz still im Saal. Man hörte nur das Klappern der Messer und Gabeln, aber selbst damit hat man sich bemüht, es möglichst leise zu tun. Jeder hatte Zeit, sich seinem Essen zu widmen. Mit so vielen anderen zusammen zu sein, ohne mit ihnen zu reden, das war ein ganz besonderes Gefühl. Anfangs war das etwas ungewohnt, aber mit jeder Mahlzeit habe ich es mehr geschätzt, dass es so still war. 

Trennen Sie doch öfters die Dinge oder machen Sie die Dinge nacheinander.

Wenn Sie essen, dann essen Sie. Wenn Sie miteinander sprechen wollen, dann hören Sie dem anderen zuerst zu, bevor Sie zu sprechen beginnen. Musik ist etwas Wunderschönes, hören Sie einmal nur Musik, oder singen Sie selber. Wenn Sie telefonieren, dann schauen Sie nicht gleichzeitig auf den PC und lesen Mails. Probieren Sie einmal, draussen zu joggen, ohne mit den neuesten elektronischen Geräten verkabelt zu sein.  Wenn Sie gerne fernsehen, dann suchen Sie sich einen Film aus und tauchen Sie dort ab. Machen Sie nur das! Fahren Sie einmal im Zug, ohne dass Sie etwas lesen. Seien Sie einfach da, präsent und beobachten Sie die anderen Menschen, die Landschaft, die an Ihnen vorbeizieht.

Anfangs ist das alles ungewohnt, neu, man fühlt sich unwohl, vor allem dann, wenn man sonst eher viele Dinge gleichzeitig tut. Je öfter man es jedoch eins nach dem anderen macht, umso wohler wird einem. Viel Spass beim Ausprobieren!

 

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“Zeit für ein bisschen mehr Spontanität”

IMG_3334Wann haben Sie das letzte Mal einfach mitten in der Woche einen Nachmittag für sich selber frei genommen?

Unser Leben ist voll von Terminen, viele von uns sind oft verplant bis in die nächsten Monate hinaus. Und häufig verläuft unser alltägliches Leben oft in einer ganz festgesetzten Routine. Wir gehen ins Büro, wir fahren zur gewohnten Zeit immer zur Arbeit, wir bringen die Kinder in den Kindergarten oder wir haben Waschtag an einem festen Wochentag. Wir frühstücken stets das Gleiche und selbst der Samstag ist oft verplant, sei es dass wir uns mit Freunden treffen oder den wöchentlichen Einkauf tätigen, sei es dass wir dort etwas mehr Zeit für den Partner oder die Partnerin haben. Und dann kommt bereits wieder der Montag.

Und wir vertrösten uns auf bessere Zeiten, auf unseren Urlaub, auf das nächste Wochenende oder auf unseren Ruhestand.

Falls Sie das Gefühl haben sollten, JETZT in dieser Routine zu stecken, wie in einem Art Stau auf der Autobahn, ist es vielleicht Zeit für ein bisschen mehr Spontanität. Für einen kleinen spontanen Unterbruch.

Ich persönlich mag offene Zeiten, Zeiten, in denen ich nichts plane und mir gar nichts vornehme.

Manchmal nehme ich mir einfach einen Nachmittag oder einen Abend frei, ohne genau zu planen, was ich damit machen will. Und ich finde es ein herrliches Gefühl, ganz spontan entscheiden zu können, wozu ich Lust habe. Vielleicht einfach nur in der Sonne zu sitzen oder einen Stadtbummel zu machen, ein gutes Buch zu lesen oder einen Film anzuschauen.

Oft lege ich dann sogar die Armbanduhr ab und lebe einfach so in den Nachmittag oder in den Abend hinein. Und ganz von allein komme ich auf neue Ideen und Gedanken.

Wir brauchen diese Momente. Wir brauchen diese kleinen Pausen. Sie helfen uns, wieder in Verbindung mit uns selber zu kommen. In solchen Momenten spüren wir wieder, weshalb wir hier auf dieser Erde sind und was uns wirklich wichtig ist in unserem Leben. Unser Leben ist zu kostbar und zu wertvoll, um auf diese Momente zu verzichten.

Erlauben Sie sich doch selber eine kurze Pause in dieser kommenden Woche, nehmen Sie sich drei bis vier Stunden Zeit für sich selber und verplanen Sie diese Zeit nicht. Bleiben Sie offen für das, was Ihnen plötzlich in den Sinn kommen mag und geniessen Sie es!