Lasten

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In den Bahnhöfen tummeln sich die Menschen – Rucksacktouristen, Pendler mit Umhängetaschen, Geschäftsleute mit schmalen eleganten Aktenkoffern, Mütter mit vollbeladenen Kinderwägen, Reisende mit grossen Samsonites. Dazwischen sieht man auch Menschen mit Handtaschen, mit Einkaufstüten, mit Trolleys, dann wieder Menschen mit Velos und Veloanhängern oder mit Skatern.

Und ich überlege mir, wieviel Last alle diese Menschen mit sich herumtragen. Rein aüsserlich gesehen kann man das messen, wiegen, im Flugzeug dürften es 20 kg sein, im Zug schon etwas mehr, und in das Auto kann jeder so viel hereinpacken, bis es zum Platzen voll ist. Wenn das nicht reicht, kann man auch noch einen Anhänger dazu nehmen oder gleich im Wohnmobil verreisen, so dass man noch etwas mehr Fläche zum Beladen hat.

Wieviel Last schleppen wir zusätzlich noch mit uns herum?
Nebst der äusseren sichtbaren und messbaren Kilogrammmenge?

Jede Sorge, die wir mit uns herumtragen, wiegt etwas. Jedes unbewältigte Problem, das wir mit uns herumtragen, wiegt eine gewisse Menge. Jeder Streit, den wir nicht austragen, und in unserem Kopf mit herumtragen, wiegt etwas.

Dazu haben wir vielleicht auch noch „Altlasten“, von früher, nicht gelöste Probleme, sei es aus einer Beziehung oder finanzieller Art? Jeder Ablagehaufen, der schon längst bearbeitet werden sollte, wiegt ein paar Kilo. Alles, was wir schon längst einmal erledigen wollten, aber bis heute nicht getan haben, und uns ständig im Kopf herumschwirrt, wiegt ein paar Kilogramm. Ein Kilo, zwei Kilo, oder mehr? Ob das aufgeschobenen Arzttermine sind, nicht bezahlte Rechungen, nicht ausgesprochene Wünsche oder Chaos im Keller, was es genau ist, spielt keine Rolle.

Addieren Sie einmal alle diese Kilos zusammen, wieviel Kilogramm grob geschätzt tragen Sie denn zusätzlich noch mit sich herum? Und dann wundern wir uns, dass wir nicht fit sind, dass wir ständig müde sind, dass wir keine Energie haben, dass wir nicht mehr kreativ sind, dass wir ständig zunehmen oder abnehmen oder sonst uns einfach schlapp fühlen.  

Folgender Vorschlag:

Bevor Sie dieses Jahr in die grossen Ferien fahren, nach Italien oder nach Frankreich, in die Südsee oder in die Berge, nach Mexiko oder nach Bali, oder daheim Balkonien geniessen, reduzieren Sie doch diese Lasten, die Sie unbemerkt von allen anderen zusätzlich Tag für Tag mit sich herumschleppen.

1. Schreiben Sie zuerst alles auf, was Ihnen in den Sinn dazu kommt. Ob Sie jetzt 10 Dinge aufschreiben, 50 Dinge oder 100 Dinge, spielt keine Rolle. 

2. Und danach nehmen Sie sich für jede Woche ein Kilo oder zwei Kilogramm vor, dass Sie abbauen wollen. Womit Sie anfangen, spielt auch keine Rolle.

3. Wenn es Ihnen schwer fallen sollte, suchen Sie sich einen Freund oder eine Freundin dazu, zu zweit geht es leichter.

4. Und jetzt stellen Sie sich vor, wie Sie sich fühlen werden, mit so viel weniger zusätzlichem Gepäck auf Ihren Schultern.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Erfolg beim Ausprobieren!
Sollte es nicht so klappen, wie Sie sich das gerne wünschen, rufen Sie mich doch einfach unter folgender Nummer an: +41 61 534 17 08.  Ich unterstütze Sie gerne beim „Kiloabbau“.

MINI-AKTIONEN

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Sie haben sehr viel zu tun, Ihre Agenda ist bereits übervoll und es kommen laufend mehr Aufgaben dazu. Vielleicht tendieren Sie dazu, manche Aufgaben davon zu verschieben, auf nächste Woche, auf morgen, auf das Wochenende. Vielleicht, weil sie unangenehm sind oder aber sehr viel Mehr-Zeit brauchen werden und Sie das bereits wissen.

Sie stehen da nicht alleine. Ich denke, den weitaus meisten Menschen geht das ganz ähnlich. Manche Autoren haben dafür bereits einen Namen kreiert, die sogenannte „Verschieberitis“. Also ist es etwas, das sehr viele von uns betrifft. 

Wie wäre es, wenn Sie aus den grossen Aktionen sogenannte MINI-AKTIONEN machen? Wie klein, entscheiden Sie selber.

Eine Fachärztin für Geriatrie erzählte folgenden Fall:
Eine ihrer Patientinnen müsste jede Woche eine halbe Stunde Walking machen. Woche für Woche vergeht, aber die Patientin kommt jedes Mal wieder in die Klinik, ohne ihren Sport ausgeführt zu haben. Schliesslich kommt der Ärztin folgende Idee.

Als sogenannte MINI-AKTION hat sie der älteren Frau gesagt, sie möchte nur, dass sie in der kommenden Woche die Turnkleider anziehe, mehr nicht. Die alte Dame hat zuerst gemeint, die Ärztin wolle sie verulken, nehme sie nicht ernst genug und hat sich über sie empört, was sie sich eigentlich vorstelle, wer sie denn sei. Nur Turnkleider anziehen, was für eine Idee.  Doch die Ärztin hat gemeint, nur ihr zuliebe solle sie doch so etwas einmal ausprobieren, eine Art Experiment. Äusserst kritisch verliess die Dame das Spital.

Beim nächsten Besuch fragte die Ärztin, ob das „Rezept“ gewirkt habe. Und als die Dame das bejahte, wollte sie einen weiteren Schritt vorwärts gehen, eine weitere MINI-AKTION mit ihr planen. Doch die ältere Dame unterbrach sie lachend und erzählte folgendes: „Wissen Sie, ich kam mir ja schon recht komisch vor, so angezogen in den Turnkleidern und mit der Aufgabe, sie einfach danach wieder auszuziehen. So hab ich mir gedacht, ich könne ja wenigstens nur ein bisschen um den Block laufen. Und dabei entdeckt, das es gar nicht so schlecht ist. Meine Nachbarin geht jetzt mit mir und wir können nebenher auch noch miteinander plaudern. Und ich fühle mich jetzt einfach grossartig.“

Je kleiner eine MINI-AKTION ist, um so grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch aktiv werden. Und je unbedeutender das ist, was sie sich vornehmen, um so schneller können Sie Ihren eigenen inneren Widerstand überwinden und aktiv werden. Es ist der Wechsel von unserem Wunsch, „ich möchte das machen“ hin zur Aktion „ich kann das machen“.

Überlegen Sie einmal, welche MINI-AKTION Sie in dieser Woche machen könnten?

Die Mount Vernon Methode

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Am Potomac River, etwas 20 km entfernt von Alexandria im Staate Virginia, in den USA, steht eine Gedenkstätte, eine Art Museum, zu Ehren von George Washingtons.

Jeden Morgen in aller Frühe erscheint dort eine Putzequipe. Diese Leute arbeiten jeden Tag nach einem klar strukturierten Plan. Sie beginnen mit dem ersten Raum und putzen ihn fertig. Danach kommt der nächste Raum. Sie putzen nicht, bis sie mit allen Räumen fertig sind, sondern solange, bis die Gedenkstätte für das Publikum geöffnet wird. Bevor sie gehen, räumen sie noch all ihre Putzutensilien auf. Am nächsten Tag fangen sie dort an, wo sie am letzten Tag aufgehört haben und gehen wieder Schritt für Schritt vor. Sie haben eine ganz feste Zeit und putzen während dieser Zeit Raum für Raum.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie könnten dieses System auf Ihre eigene Wohnung, auf Ihre Schränke, auf Ihren Schreibtisch, auf Ihr Büro übertragen. Sie nehmen sich eine gewisse Zeit jeden Tag und fangen, wo auch immer, in Ihrem Haus oder in Ihrem Büro an. Jeden Tag erledigen Sie ein kleines Stückchen und am nächsten Tag machen Sie dort weiter, wo Sie am vorigen Tag aufgehört haben.

Haben Sie schon einmal einen Marathonläufer beobachtet? Wie er eher bedächtig anfängt, seine Energie nicht bereits in den ersten Momenten verpulvert. Und Kilometer für Kilometer läuft und sich den schnellen Part erst für den Schluss aufhebt. Und die wirklich erfolgreichen Läufer üben während vieler Monate jeden Tag, sammeln jeden Tag in aller Ruhe einige Kilometer.

Ganz ähnlich verhält es sich mit dieser oben genannten Methode. Sie brauchen nicht an einem Tag alles zu erledigen, das ist nicht nötig. Sie brauchen nur einen gewissen Zeitraum und ein wenig Mut für den Start.

Hätten Sie Lust, heute damit zu beginnen? Und wenn nein, was könnte Sie daran hindern?

 

Endlosschlaufe am Abend

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Sie haben Ärger im Büro, gehen heim, der Ärger ist jedoch immer noch da. Selbst abends, obwohl alles um Sie herum ganz friedlich ist, sind Sie immer noch aufgeregt, wütend, frustriert. Sie sind nicht in der Lage, abzuschalten. All das Unangenehme ist immer noch da, aber Sie können im Moment nichts dagegen tun. 

Ich möchte Ihnen einige Erste Hilfe Massnahmen vorstellen. Die Idee dahinter ist, dass Sie sich für den Moment ablenken. Das Problem wird nicht gelöst, aber Sie können sich durch diese Erste Hilfe Massnahmen wieder beruhigen. Wichtig ist, dass Sie etwas aktiv machen. Dadurch bauen Sie das Adrenalin ab, welches immer noch im Körper vorhanden ist.

Später dann, in einem zweiten Schritt können Sie dann rational herauszufinden, was denn genau dort in der stressigen Situation abgelaufen ist.

  • Zählen Sie innerlich von 1000 zurück, so lange bis Sie bei der 1 angekommen sind.
  • Zählen Sie für sich das kleine Einmaleins auf. Wenn Sie können, probieren Sie auch das Grosse Einmaleins.
  • Finden Sie zu jedem Buchstaben im Alphabet einen Namen.
  • Sie können es auch schwieriger machen, indem Sie ganze Kategorien suchen, zum Beispiel Obstsorten und mit A anfangen, Gemüsesorten, Schauspieler, Politiker.
  • Vielleicht kommt Ihnen ein Liedanfang in den Sinn, welchen Sie mögen. Singen Sie das innerlich. 
  • Eine mögliche Affirmation wäre zum Beispiel: Ich bin immer und überall gelassen und ruhig.
  • Lösen Sie ein kompliziertes Rätsel, ein Sudoku.
  • Machen Sie einen flotten Spaziergang um den Block.

Es gibt auch Techniken wie zum Beispiel Yoga, Atemtechniken, Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Visualisierungstechniken, Traumreisen, ganz spezifische Entspannungsübungen, die auch alle hervorragend sind. Man muss sie jedoch zuerst lernen, sich bereits vor dem Stress ein wenig Zeit reservieren. Dann sind sie allerdings unschlagbar.