MINI-AKTIONEN

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Sie haben sehr viel zu tun, Ihre Agenda ist bereits übervoll und es kommen laufend mehr Aufgaben dazu. Vielleicht tendieren Sie dazu, manche Aufgaben davon zu verschieben, auf nächste Woche, auf morgen, auf das Wochenende. Vielleicht, weil sie unangenehm sind oder aber sehr viel Mehr-Zeit brauchen werden und Sie das bereits wissen.

Sie stehen da nicht alleine. Ich denke, den weitaus meisten Menschen geht das ganz ähnlich. Manche Autoren haben dafür bereits einen Namen kreiert, die sogenannte „Verschieberitis“. Also ist es etwas, das sehr viele von uns betrifft. 

Wie wäre es, wenn Sie aus den grossen Aktionen sogenannte MINI-AKTIONEN machen? Wie klein, entscheiden Sie selber.

Eine Fachärztin für Geriatrie erzählte folgenden Fall:
Eine ihrer Patientinnen müsste jede Woche eine halbe Stunde Walking machen. Woche für Woche vergeht, aber die Patientin kommt jedes Mal wieder in die Klinik, ohne ihren Sport ausgeführt zu haben. Schliesslich kommt der Ärztin folgende Idee.

Als sogenannte MINI-AKTION hat sie der älteren Frau gesagt, sie möchte nur, dass sie in der kommenden Woche die Turnkleider anziehe, mehr nicht. Die alte Dame hat zuerst gemeint, die Ärztin wolle sie verulken, nehme sie nicht ernst genug und hat sich über sie empört, was sie sich eigentlich vorstelle, wer sie denn sei. Nur Turnkleider anziehen, was für eine Idee.  Doch die Ärztin hat gemeint, nur ihr zuliebe solle sie doch so etwas einmal ausprobieren, eine Art Experiment. Äusserst kritisch verliess die Dame das Spital.

Beim nächsten Besuch fragte die Ärztin, ob das „Rezept“ gewirkt habe. Und als die Dame das bejahte, wollte sie einen weiteren Schritt vorwärts gehen, eine weitere MINI-AKTION mit ihr planen. Doch die ältere Dame unterbrach sie lachend und erzählte folgendes: „Wissen Sie, ich kam mir ja schon recht komisch vor, so angezogen in den Turnkleidern und mit der Aufgabe, sie einfach danach wieder auszuziehen. So hab ich mir gedacht, ich könne ja wenigstens nur ein bisschen um den Block laufen. Und dabei entdeckt, das es gar nicht so schlecht ist. Meine Nachbarin geht jetzt mit mir und wir können nebenher auch noch miteinander plaudern. Und ich fühle mich jetzt einfach grossartig.“

Je kleiner eine MINI-AKTION ist, um so grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie auch aktiv werden. Und je unbedeutender das ist, was sie sich vornehmen, um so schneller können Sie Ihren eigenen inneren Widerstand überwinden und aktiv werden. Es ist der Wechsel von unserem Wunsch, „ich möchte das machen“ hin zur Aktion „ich kann das machen“.

Überlegen Sie einmal, welche MINI-AKTION Sie in dieser Woche machen könnten?